Kurze Einordnung vorweg: Es gibt zwei Arten, wie deine Drohne versichert sein kann – über eine erweiterte Privathaftpflicht oder über eine spezielle Drohnenversicherung. Welche Option für dich passt, hängt von Gewicht, Nutzung und deiner bestehenden Haftpflicht ab.

Ist eine Drohnenversicherung wirklich Pflicht?

Ja. § 43 Abs. 2 des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG) schreibt vor: Jede:r Drohnenhalter:in muss eine Halterhaftpflichtversicherung abschließen. Das gilt auch für die kleinste Spielzeugdrohne und unabhängig davon, ob du privat oder gewerblich fliegst.

Ohne Versicherung drohen nicht nur Bußgelder (bis 50.000 €) – im Schadensfall haftest du unbegrenzt mit deinem Privatvermögen. Klassisches Szenario: Drohne landet auf einer Autobahn, verursacht einen Unfall. Ohne Versicherung: persönliche Insolvenz.

Reicht meine Privathaftpflicht aus?

Faustregel: Je älter der Vertrag, desto wahrscheinlicher ist deine Drohne nicht mitversichert.

Viele neuere Privathaftpflicht-Tarife (abgeschlossen ab ca. 2021) schließen Drohnen bis 250 g mit ein, manchmal auch mit Kamera. Ältere Verträge fast nie. So prüfst du es:

  1. In deiner Police nach „Drohne", „Flugmodell" oder „Luftfahrzeug" suchen.
  2. Falls unklar: Versicherer direkt anrufen (nicht nur mailen – schriftliche Bestätigung einfordern).
  3. Wenn Drohnen bis 5 kg eingeschlossen sind: gut, Zusatzversicherung nicht nötig.
  4. Wenn nur „bis 250 g ohne Kamera" oder gar nicht: separate Drohnenversicherung abschließen.

Was kostet eine Drohnenversicherung?

Die Preise unterscheiden sich stark nach Nutzung und Gewicht:

  • Hobby-Nutzung, bis 5 kg: ca. 40–80 € pro Jahr
  • Hobby-Nutzung, bis 25 kg: ca. 60–120 € pro Jahr
  • Gewerblich: je nach Einsatzzweck 100–400 € pro Jahr

Die Versicherungssumme sollte mindestens 1 Million Euro betragen – Standard sind 3–5 Millionen. Bei Schäden gegen Dritte (Personen oder Eigentum) kommt schnell eine hohe Summe zustande.

Worauf du beim Abschluss achten solltest

1. EU-weiter Schutz

Fliegst du im Urlaub innerhalb Europas? Dann ist weltweite Deckung oder mindestens EU-Deckung wichtig. Gute Tarife decken ganz Europa ohne Zusatzkosten ab.

2. Deckungssumme

Mindestens 1 Mio. €, besser 3–5 Mio. € Pauschal-Deckung für Personen- und Sachschäden. Die Preisunterschiede zwischen 1 und 5 Millionen sind meist gering.

3. Keine Selbstbeteiligung bei Personenschäden

Manche Tarife legen eine Selbstbeteiligung auch auf Personenschäden. Das solltest du vermeiden – bei Sachschäden sind 100–250 € Selbstbeteiligung hingegen okay.

4. Einschluss von Mietschäden

Wenn du mal eine Drohne ausleihst, sollte der Vertrag dich auch dort schützen. Nicht alle Tarife decken das ab.

Welche Anbieter sind aktuell gut?

Beliebt und bewährt sind unter anderem:

  • Axa EasyFly – günstig, guter Schutz, EU-weit
  • DMFV (Deutscher Modellflieger-Verband) – inkl. Mitgliedschaft, ab ca. 43 €/Jahr
  • Modellfliegerversicherung der NV-Versicherungen – über DRONIQ buchbar
  • Hiscox – eher für gewerbliche Piloten und teure Drohnen

Ein Preisvergleich lohnt sich immer. Achtung: „Drohnenversicherung" in Vergleichsrechnern von Check24 & Co. findet man oft nur über Umwege – direkte Portale sind hier häufig besser.

Unser Tipp: Wenn du ohnehin in einem Modellflug-Verein bist oder eintreten würdest, deckt die Vereins-Versicherung meist alles ab, was du brauchst – und du bekommst noch Gleichgesinnte zum Austauschen.

Häufige Fragen

Ist eine Drohnenversicherung Pflicht?

Ja, in Deutschland ist die Haftpflichtversicherung für jede Drohne verpflichtend – unabhängig vom Gewicht. Das gilt auch für die kleinste Spielzeugdrohne.

Was kostet eine Drohnenversicherung?

Eine reine Hobby-Drohnenversicherung startet bei ca. 40 € im Jahr. Gewerbliche Policen kosten je nach Einsatzzweck zwischen 100 und 400 € pro Jahr.

Ist meine Drohne in der Privathaftpflicht mitversichert?

In vielen neueren Privathaftpflicht-Tarifen sind Drohnen bis 250 g und ohne Kamera mitversichert. Drohnen ab 250 g oder mit Kamera sind fast immer separat zu versichern – ein Blick in die Police ist Pflicht.

Brauche ich eine Versicherung für eine Kinderdrohne?

Ja. Auch Mini-Drohnen unterliegen der Versicherungspflicht. Die gute Nachricht: Viele moderne Privathaftpflichten decken Spielzeugdrohnen bis 250 g bereits ab – ein kurzer Check der Police genügt.

Zahlt die Versicherung auch, wenn ich die Drohne selbst zerstöre?

Nein. Die Haftpflicht deckt nur Schäden an fremdem Eigentum oder Personen ab. Für Schäden an der eigenen Drohne bräuchtest du eine Kaskoversicherung – lohnt sich nur bei teureren Modellen.

Tipp: Versicherung immer vor dem ersten Flug abschließen. Auch der Werksbesuch im Garten deines Kollegen zählt rechtlich als „Luftfahrzeug-Betrieb" und ist ohne Versicherung illegal.