Die Regeln gelten für alle Drohnen in der offenen Kategorie (also fast alle Hobby-Drohnen) – unabhängig von Gewicht und Kamera.

Der Grundsatz: Sichtflug auf erlaubtem Gelände

Das deutsche Drohnenrecht (LuftVO) kennt keine pauschale Erlaubnis „im ganzen Land". Stattdessen gilt: Du musst einen legitimen Startort haben und dort das Gelände nutzen dürfen. Plus: die Drohne muss sich in deiner direkten Sichtweite (VLOS) befinden.

Wo du niemals fliegen darfst

Diese Gebiete sind absolute Flugverbotszonen. Ausnahmen nur mit Sondergenehmigung:

  • Flughäfen und Flugplätze: 1,5 km Radius (größere Flughäfen bis 3 km)
  • Kontrollzonen der Luftfahrt: typischerweise im Umkreis größerer Städte
  • Bundes- und Landesregierungsgebäude: Kanzleramt, Bundestag, Landtage
  • Militärische Anlagen: Kasernen, Truppenübungsplätze
  • Justizvollzugsanstalten und Polizeigelände
  • Industrieanlagen wie Kraftwerke, Chemiefabriken, Raffinerien
  • Krankenhäuser und Pflegeheime (Ruhestörung plus Rettungshubschrauber)
  • Nationalparks und Naturschutzgebiete (Schutz der Tierwelt)
  • Menschenansammlungen (Demos, Konzerte, Sportveranstaltungen)
  • Unfallorte und Einsatzstellen (Behinderung der Rettung)
Zusätzlich: Flüge über Wohngebieten und eingefriedeten Privatgrundstücken sind nur mit Zustimmung der Eigentümer erlaubt – auch wenn du selbst nur „drüber hinweg" willst.

Wo das Fliegen erlaubt ist

Eigenes Grundstück

Im eigenen Garten darfst du starten, landen und fliegen – solange du niemanden in seinen Rechten verletzt (z. B. nicht über den Zaun zum Nachbarn schauen).

Felder, Wiesen, Wälder

Nur mit Zustimmung des Eigentümers. In der Praxis: der örtliche Landwirt oder die Gemeinde. Waldgebiete sind in vielen Bundesländern zusätzlich durch Landeswaldgesetze reglementiert.

Modellflugplätze

Die sicherste Option für längere Übungssessions. Viele Modellflugvereine erlauben Gastflüge (oft gegen eine kleine Tagesgebühr). Zusätzlich: die Vereinshaftpflicht deckt deine Flüge dort mit ab.

Außerhalb von Ortschaften

Im Außenbereich (nach § 35 BauGB – also außerhalb von Siedlungen) ist das Fliegen meist unproblematisch, solange du die Abstandsregeln zu Straßen, Bahnlinien und Naturschutzgebieten einhältst.

Wie hoch und wie weit darf ich fliegen?

  • Maximale Flughöhe: 120 Meter über Grund (in der offenen Kategorie)
  • Sichtflug: Drohne muss immer in direkter Sichtweite sein – meist 100–400 m
  • Tageslicht: Hobbyflüge nur bei Tageslicht, BOS-Zeiten 30 Min. vor Sonnenaufgang bis 30 Min. nach Sonnenuntergang
  • Abstandsregeln A1 (unter 250 g): nahe Personen möglich, nicht über Menschenansammlungen
  • Abstandsregeln A3 (über 250 g): 150 m Abstand zu Wohn-, Arbeits-, Erholungsgebieten

Die besten Apps zur Flugplanung

Ob du an deinem geplanten Startort fliegen darfst, erfährst du am schnellsten über Apps:

DFS Droniq App (offiziell)

Von der Deutschen Flugsicherung. Offizielle Karte aller Kontrollzonen, mit eID-Anmeldung und Risk-Check. Gratis, eher nüchterne Oberfläche, aber rechtlich verbindlich.

Map2Fly (beliebteste Community-App)

Die meistgenutzte Drohnenkarte im DACH-Raum. Sehr detailliert, zeigt auch Naturschutzgebiete, Modellflugplätze und privat zugängliche Gebiete. Basis-Version kostenlos.

UAV Forecast

Prüft zusätzlich Wind, Regen, GPS-Sichtbarkeit und KP-Index – für die Planung des optimalen Flugzeitpunkts. Keine rechtliche Verbindlichkeit, aber extrem nützlich für die Praxis.

Goldene Regel: Starte nie, ohne vorher eine App gecheckt zu haben. Die 2 Minuten können dir mehrere hundert Euro Bußgeld ersparen.

Häufige Fragen

Wo darf ich in Deutschland mit einer Drohne fliegen?

Grundsätzlich auf eigenem oder erlaubtem Grund außerhalb von Flugverbotszonen. Erlaubt sind u. a. Felder, Wiesen und Wälder (mit Erlaubnis des Eigentümers), nicht erlaubt sind Wohngebiete, Flughäfen, Naturschutzgebiete, Regierungsgebäude und Menschenansammlungen.

Darf ich im Park eine Drohne fliegen?

In den meisten öffentlichen Parks ist der Drohnenstart aufgrund von Park- und Grünanlagen-Satzungen verboten. Flüge über private Gärten ohne Zustimmung sind ebenfalls untersagt. Eine Nachfrage beim Ordnungsamt lohnt sich.

Wie hoch darf ich mit einer Drohne fliegen?

Die maximale Flughöhe in der offenen Kategorie beträgt 120 Meter über Grund. Sichtkontakt zur Drohne muss jederzeit bestehen bleiben.

Darf ich am Strand fliegen?

An vielen deutschen Stränden (Nord- und Ostsee) sind Drohnen aus Naturschutz- und Lärmschutzgründen verboten – besonders in Nationalparks wie dem Wattenmeer. Immer die lokale Gemeindeordnung prüfen.

Was passiert bei Verstößen?

Bußgelder reichen von 100 € (kleinere Formfehler) bis 50.000 € (Fliegen über Flughäfen, Menschenansammlungen). Bei Personenschäden kommen zivil- und strafrechtliche Folgen dazu.

Tipp: Wenn du richtig sicher gehen willst, kauf dir eine Drohne unter 250 g (z. B. DJI Mini 4K) und schließe eine gute Drohnenversicherung ab – dann bist du rechtlich auf der sicheren Seite.